Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Quality by Design (QbD)

Quality by Design: Qualität entsteht in der Produkt-/Prozessentwicklung

Nicht nur Wirkstoffe werden immer komplexer, sondern auch ihre Entwicklung und Herstellung. Medikamente, die aus biologischen Prozessen gewonnen werden, können empfindlich auf Verarbeitungsprozesse reagieren oder im Laufe der Zeit ihre Wirksamkeit verlieren. Angesichts der teuren Gewinnung biologischer Wirkstoffe versucht jedes Unternehmen signifikante Qualitätseinbußen während der Fertigung zu vermeiden.

Qualitätskonzepte überdenken

Eine wichtige Rolle in der Pharmaindustrie spielt heutzutage Quality by Design (QbD). Dabei handelt es sich um einen ganzheitlichen, proaktiven, wissenschaftlich fundierten und risikobasierten Ansatz bei der Entwicklung und Herstellung von Medikamenten. Ziel ist es, einen Prozess zu entwickeln, in dem die kritischen Schritte, welche die Produktqualität beeinflussen, identifiziert werden, ihr Einfluss gemessen und innerhalb eines vereinbarten Entwicklungskorridors („design space“) festgelegt werden.

Aber warum hat sich QbD zu solch einem wichtigen Faktor entwickelt? Weil es der Industrie eine ganze Reihe an potenziellen Vorteilen bietet:

  • Arzneimittelherstellern wird damit eine kontinuierliche, stabile Fertigung von qualitativ hochwertigen Produkten ermöglicht. QbD hilft, fehlerhafte Chargen und Fehlermengen zu reduzieren. Durch das Verhindern kostspieliger Qualitätsprobleme kann gleichzeitig die Rendite gesteigert werden.    
  • Die Patienten profitieren von optimierten Eigenschaften und einer verbesserten Qualität der Präparate. Zudem werden die Risiken eines Rückrufs minimiert. Im Falle von Generika lässt sich die therapeutische Gleichwertigkeit zum Referenzarzneimittel besser erreichen.
  • Die Zulassungsbehörden können größeres Vertrauen in die Qualität des Medikaments legen und ihre Kontrollen auf die wesentlichen Bereiche fokussieren. QbD hilft dabei, Zulassungsverfahren abzukürzen und damit dringend benötigte Medikamente schneller auf den Markt zu bringen.

In den vergangenen Jahren haben sowohl die EMA als auch die FDA Richtlinien zum Gebrauch von QbD herausgegeben. Ein Pilotprojekt erlaubt es Arzneimittelherstellern, diesbezügliche Informationen unter Geheimhaltung zu übermitteln. Das Medikament Januvia von der Firma Merck war 2006 das erste Präparat, das QbD im Zulassungsverfahren verwenden durfte.

Und wie funktioniert Quality by Design?

Kernpunkt von QbD ist die Idee, dass sich die gewünschte Endqualität eines Produkts bereits durch Maßnahmen während der Entwicklung erreichen lässt. Dafür sind umfassendes Wissen über den Wirkstoff und die Entwicklungs- und Fertigungsprozesse notwendig. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Wissen um die Risiken, die mit den Abläufen einhergehen und wie diese sich vermeiden lassen.

Um diese Ziele zu erreichen, gibt es verschiedene Ansätze für Quality by Design:

Zunächst beginnt der Prozess mit der Festlegung des angestrebten Produktprofils (Target Product Profile - TPP), das die vorgesehene Verwendungs-, Sicherheits- und Wirksamkeitsparameter des Produktes beschreibt. Dieses wird während der Produktentwicklung zusammen mit einer Zielvorgabe die Qualität des Produktes von den Formulierern und Prozessingenieuren verwendet. Anschließend werden die kritischen Qualitätsattribute (Critical Quality Attributes - CQAs), wie etwa Sterilität oder die Genauigkeit der Dosierung, identifiziert – und zwar anhand verfügbarer Produktkenntnisse oder der Erfahrung mit ähnlichen Präparaten. Die kritischen Qualitätsattribute müssen kontrolliert werden, um das angestrebte Produktprofil zu erreichen. Der Herstellprozess wird so entwickelt, dass das Endprodukt die kritischen Qualitätsattribute einhält.

Zusätzlich wird eine Kontroll-Strategie für den gesamten Prozess eingerichtet, unter Berücksichtigung der Variabilität des Materials und des Prozesses und zu erwartender Veränderungen in der Fertigung. Mithilfe dieser Strategie und Festlegung der erforderlichen In-Prozess-Kontrollen (IPC) und technologischen Systeme kann der Prozess überwacht und die Einhaltung der Qualität in Echtzeit kontrolliert werden (Process Analytical Technology - PAT).

Vetter kann Quality by Design liefern

Wenn Sie mit Vetter arbeiten, arbeiten Sie mit einem Unternehmen, das Innovationen rund um die Fertigung miteinbezieht – inklusive QbD. Vetter unterstützt sie bei der Entwicklung, Überwachung und Bewertung des Fertigungsprozess hinsichtlich der QbD-Richtlinien sowie in der Entwicklungslenkung (Design Control) von Combination Pruducts. Wir optimieren die Prozesse und unterstützen Sie dabei, stabile Produktspezifikationen zu definieren.

Wir helfen Ihnen, den Fertigungsprozess und die -risiken besser zu verstehen, um ein qualitativ hochwertiges Produkt herstellen zu können. Durch Entwicklungsstudien innerhalb des QbD-Prozesses können wir helfen frühzeitig potenzielle Risiken zu identifizieren. Das ermöglicht Ihnen, Maßnahmen zur Risikominimierung zu entwickeln und eine risiko-basierte Kontrollstrategie zu implementieren, um eine gleichbleibende Qualität über die gesamte Lebensdauer ihres Präparats zu gewährleisten.