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Interview

Im Gespräch mit Timo Köhler, Vice President Finanzen, zum Thema "Einführung Zeitwertkonto“
Timo Köhler Im Gespräch mit Timo Köhler, Vice President Finanzen, zum Thema "Einführung Zeitwertkonto"

Zeitwertkonto bei Vetter

Herr Koehler, Vetter bietet seit 1. Juli 2018 für alle unbefristet beschäftigten Mitarbeiter die Möglichkeit, an einem Zeitwertkontenmodell teilzunehmen. Warum hat sich Vetter für die Einführung eines solchen Modells entschieden?  

T. Köhler: Eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten, vor allem, wenn man an die Übergangsphase vom Erwerbsleben in den Ruhestand denkt, ist für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein wichtiges Thema. Als familiengeführtes Unternehmen ist es uns wichtig, dass sich die Belegschaft wohlfühlt. Daher haben wir die Zeitwertkonten für eine mögliche ruhestandsnahe Freistellung als Ergänzung zu den bereits bestehenden Maßnahmen zur Altersvorsorge eingeführt.  

 

Und was genau ist denn ein Zeitwertkonto?

T. Köhler: Zeitwertkonten sind vergleichbar mit Sparkonten. Mitarbeiter können, je nach den persönlichen Möglichkeiten und Vorlieben, Gehaltsbestandteile sowie Urlaubstage und Gutstunden einbringen. Urlaubstage und Gutstunden werden dabei mit dem individuellen durchschnittlichen Stundenlohn in Geld umgerechnet und zusammen mit den Gehaltsbestandteilen in das Zeitwertkonto einbezahlt. Weiterhin gibt es einen Arbeitgeberzuschuss. Die so angesparten Beträge im Zeitwertkonto können dann in der Übergangsphase zum Ruhestand unterschiedlich genutzt werden. Denkbar wäre zum Beispiel eine Altersteilzeitlösung.

 

Sie erwähnen einen Arbeitgeberzuschuss. Heißt das, Vetter beteiligt sich an den Einzahlungen zu den Zeitwertkonten der Mitarbeiter?

T. Köhler: Ja genau. Vetter bezuschusst die Teilnahme des Mitarbeiters am Zeitwertkontenmodell mit einem jährlichen Einzahlungsbetrag. Dieser hängt von der Länge der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters ab und kann bis zu 800€ betragen. Die eingezahlten Beträge auf den Zeitwertkonten werden in verschiedene Investmentfonds angelegt, um eine möglichst gute Rendite für den Mitarbeiter zu erzielen. So kann auf dem Zeitwertkonto einiges zusammenkommen.

 

Und was geschieht wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt? 

T. Köhler: Die angesparten Beträge des Mitarbeiters stehen diesem selbstverständlich zu. Sie können entweder auf einen neuen Arbeitgeber, sofern dieser auch über ein Zeitwertkontensystem bzw. ein vergleichbares Modell verfügt, oder unter bestimmten Voraussetzungen auf die Deutsche Rentenversicherung übertragen werden. Alternativ kann es auch zu einer Auszahlung der angesparten Beträge – natürlich unter voller Versteuerung – kommen. Auch der Arbeitgeberzuschuss steht dem Mitarbeiter zu, sofern dieser mindestens 5 Jahre im Unternehmen tätig war.  

 

 

Vita Timo Köhler

Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim konnte Timo Köhler durch Engagements bei der Heidelberger Druckmaschinen AG sowie der Merck KGaA umfangreiche Erfahrungen im Bereich des Unternehmenstreasury sammeln, bevor er in 2011 zu Vetter kam. Hier begleitete er zunächst den Aufbau des Treasury bevor er im Jahr 2016 erweiterte Aufgabengebiete im Finanzbereich übernahm. Seitdem verantwortet er zusätzlich das Versicherungs- und Konzernrechnungswesen der Unternehmensgruppe sowie das unternehmensweite Risikomanagement.